· 

Bist du auch eine Mama am Limit?

MamaMorphose, Kathrin Flörl-Korb, Mamacoaching, Bild traurige depressive Frau, bedeckt das Gesicht mit den Händen, Seitenansicht
Mama am Limit

Dann habe ich MamaMorphose auch für dich gegründet.

 

Ich war sehr lange eine "Mama am Limit". Eine Frau und Mutter wie auf diesem Bild: innerlich traurig, erschöpft, lustlos. Nach außen hin habe ich gut funktioniert, wirklich bemerkt hat es niemand, außer mein nächstes Umfeld. Und das hat es bemerkt, aber nicht verstanden.

 

Ich erzähle dir hier mal, wie es bei mir zu dieser Zeit war. Oft waren es nur sogenannte "Kleinigkeiten". Momente bzw. Situationen, wie im folgenden, bahnten sich für mich meist unbemerkt an. Sie starteten eine automatisch ablaufende Reaktionskette in mir, die ich, einmal in Gang gesetzt, nicht mehr aufhalten konnte. Ich war wie ferngesteuert, völlig ausgeliefert und danach ausgelaugt und am Ende meiner Kräfte. Solche Situationen konnten z.B. folgende sein: mein Kind reagiert nicht, wenn ich nach Hause gehen will. Mein Kind ist müde und weinerlich, ich schaffe es nicht, einfühlsam darauf einzugehen. Mein Kind "funktioniert" nicht, es macht einfach nicht, was ich will. Mein Kind ist einfach nicht still, es lässt mich nicht einmal wenigstens 5 Minuten in Ruhe.

 

Eine unglaublich rasende Wut auf das Kind packte mich – von einem Moment auf den anderen. In diesem "Zustand" sagte ich plötzlich Dinge zu meinem Kind, die ich wirklich niemals sagen wollte. Ich schreie laut, teilweise so laut bis sich meine Stimme überschlägt und werde dazu nicht selten auch grob. Im ersten Moment fühlt es sich sogar noch irgendwie richtig an, ein "gerechter Zorn". Es ist doch alles seine Schuld! Es hätte doch nur hören müssen! Es hätte doch nur endlich seine Jacke anziehen müssen! Es hätte doch merken müssen, dass ich nur mal meine Ruhe brauche!!!! 

 

Und dann ist die Wut auf einmal weg, als wäre sie nie da gewesen und ich falle in mich zusammen. Es folgt ein Gefühl totaler Leere, gemischt mit unendlicher Enttäuschung über mich selbst. Mein schlechtes Gewissen wiegt bleischwer ("schon wieder total ausgeflippt"). Eine Welle der Traurigkeit und Verzweiflung breitet sich in mir aus („Wie kann ich nur so zu meinem eigenen Kind sein?!“). Es endet mit Selbstzerfleischung ("Ich bin die schlechteste Mutter der Welt."), Tränen, Ausgelaugtheit, Erschöpfung - und Scham. So wollte ich wirklich niemals zu meinem eigenen geliebten Kind sein. Und ich konnte das niemandem erzählen. In den Baby- und Kinder-Kursen erschienen mir die anderen immer so perfekt im Gegensatz zu mir. Die Babys schliefen durch, die Papas haben viel unterstützt, am Wochenende gab es Ausflüge und gemeinsame entspannte Familienzeit. Alles erschien mir so idyllisch... Selbst heute im Nachhinein und mit Abstand fällt es mir schwer, so offen von meine Ausrastern zu erzählen.

 

Ich habe in dieser Zeit sehr viel über Mutter-Kind-Beziehungen, bedürfnisorientierte Erziehung und (frühkindliche) BindungsStörungen gelesen. Irgendetwas hat mich da fast magisch hingezogen und ich bin darauf sehr angesprungen. Ich stellte mir vor, wie ich das alles total perfekt und ideal auf meine Kinder "anwende" und sie so für ihre Zukunft bestens rüste. Ich wusste es theoretisch also eigentlich viel besser und konnte es in der Praxis doch jedes Mal aufs Neue nicht verhindern. Manchmal war ich mir auch nicht mehr sicher: sind es Wiederholungen aus meiner eigenen Kindheit? Reagiere ich auf meine Tochter so, wie meine Mutter früher auf mich reagiert hat? Warum kann ich auf die seelischen Nöte (also weinen ohne eine offensichtliche physische Verletzung) meiner Kinder oft nur kühl, teilweise abweisend und ohne wirkliche Empathie reagieren?

 

Es sind meine eigenen Wunden. Alte Wunden, die mich in meiner Kindheit und Jugend teils sehr verletzt haben. Es sind eher kleine, leise und sich wiederholende Ursachen gewesen, nicht einzelne mit großer Wucht. Nichts, worauf sich meine Gefühle und Reaktionen schnell und eindeutig mit erklären ließen. Es war "nur" eine Bindungsstörung, ein sogenanntes Entwicklungstrauma. (Dazu werde ich bald noch sehr viel ausführlicher schreiben!) Meiner Meinung nach leiden sehr viele von uns an diesen fast beiläufig erlittenen "kleinen" Verletzungen. Aus denen durch andauernde Wiederholung die Wunden unserer Kindheit entstanden. Aus heutiger Sicht erscheinen sie vielleicht eher banal bzw. normal, als Kind aber haben sie uns sehr nachhaltig und tief verletzt und sind nie verheilt. Wir haben sie nie wirklich verarbeitet und unsere Seele hilft sich gut damit, dass sie schmerzhafte Erlebnisse abspaltet und quasi aus unserem bewussten Gedächtnis löscht. Wir verdrängen unangenehme Erinnerungen und schieben den Schmerz lieber beiseite. Aber diese alten Wunden sind die Ursache für unseren Schmerz – nicht unsere Kinder. Und dafür können und müssen wir nun als Erwachsene die Verantwortung übernehmen.

 

Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich das wirklich verstanden hatte. Sehr lange habe ich die Schuld auf Ursahen im außen abgewälzt: auf meinen Mann, der nie da war, immer nur die Arbeit im Kopf; auf mein Kind, dass nie mitgemacht hat; auf mein Gefangensein in dieser mir gesellschaftlich aufoktroyierten (ja, ich habe die Schreibweise gegoogelt!) MutterRolle, uvm. Da war ich recht kreativ (immer!, nie!), blieb in der Opferrolle und damit vor allem gefangen in meiner Komfortzone. Das ist zunächst irgendwie angenehmer und auf den ersten Blick weniger anstrengend, aber es beseitigt nicht die Ursache. Auf den zweiten Blick ist es auch eigentlich sehr viel anstrengender und keine nachhaltige und befriedende Lösung. Als es für mich kaum noch auszuhalten war und die Situation Zuhause in allen Bereichen immer mehr eskalierte, entschied ich mich endlich, mir professionelle Unterstützung zu suchen. Es war ein langer und schmerzhafter Weg - und er führt mich immer noch weiter. Denn diese alten Wunden brauchen viel Aufmerksamkeit und liebevolle Zuwendung. Das Annehmen dessen, was einmal war. Mitgefühl für mich selbst.

 

Ich hoffe sehr, dass du hier bei MamaMorphose schon viel für dich finden kannst. Ich habe zudem eine Facebook-Gruppe gegründet: MamaMorphose - werde die Mama & Frau, die du sein willst! Wir sind alle Mamas und wir kennen das so oder so ähnlich, wie oben geschildert, alle. Du bist herzlich eingeladen, dazuzukommen und einfach du selbst zu sein. Du wirst nicht verurteilt. Du wirst nicht bewertet. Wir haben alle Fehler gemacht. Und wir haben uns alle entschieden: so kann das nicht weitergehen, so möchte ich das nicht.

 

Wenn du dir mehr oder intensivere Unterstützung wünschst, reiche ich dir gerne meine Hand und begleite dich ein Stück auf deinem Weg. Auch deine Wunden werden sich nach und nach schließen und schließlich vernarben. Trage sie mit Stolz, denn diese Narben sind nicht nur ein Zeichen deiner Verletzung, sondern symbolisieren ebenso deine Stärke. Sie sind ein Zeichen deiner persönlichen Weiterentwicklung und deines inneren Wachstums.

 

Findest du dich in meiner Geschichte wieder?

Vielleicht erinnerst du dich auch an Erlebnisse aus deiner Kindheit?

Vielleicht weißt du auch noch, wie schmerzhaft diese Erfahrung damals für dich war?

Trägst du auch alte Wunden mit dir herum?

Erzähle mir gerne hier in den Kommentaren oder in der geschützten MamaMorphose-Gruppe davon.

 

Ich freue mich auf dich!

 

Kathrin

verheiratet, Mama² & selbständige Coachin für Persönlichkeitsentwicklung

Kommentar schreiben

Kommentare: 0